Gesundheitspost

Ausgabe: Sommer 2007

Rund um die MarienApotheke im Jahre 1908

In der Frühjahrsausgabe der Gesundheitspost haben wir Sie auf eine Zeitreise ins Jahr 1907 eingeladen, als das erste Konzessionsansuchen für die MarienApotheke gestellt wurde.

Die Konzessionserteilung für die MarienApotheke erfolgte am 24.10.1908. Apotheker Mohr führte die Apotheke nicht sehr lange, schon 1914 kam es kriegsbedingt zum Übergang der Konzession auf Mag. Julius Becker, der bis dahin die „Alte Feldapotheke“
am Stephansplatz geleitet hatte.

Der Großvater der jetzigen Konzessionärin, MR. Walter Haagner übernahm die Apotheke am 10.1.1927 und führte sie bis 30.9.1971, als er die Leitung aus gesundheitlichen Gründen an einen Pächter, Mag. Josef Zeiss, übertragen musste.

Seit 10.1.1993 steht die MarienApotheke unter der Leitung der Enkelin von Herrn MR. Haagner, Frau Mag. Monika Alvarado-Dupuy.
So wie viele Apotheken, hatte auch die MarienApotheke unter MR. Haagner eine Spezialität, die Borodermsalbe, eine Zug- und Wundsalbe, die damals sehr bekannt und beliebt war. Sie wurde auch gerne als Salbenverband bei Verbrennungen und
Erfrierungen verwendet – in Kriegszeiten eine willkommene Hilfe.

Wien 1908

Das Jahr 1908 war ein „Friedensjahr“, das heißt ein Jahr des wirtschaftlichen Aufschwunges für die Monarchie. Ottakring war damals der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens.

Ausdruck dieser positiven Grundhaltung sind auch die riesigen Jubiläumsfeierlichkeiten zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz-Josef I. Dieses Jubiläum wird überall in der Monarchie mit großem Einsatz und Aufwand begangen.

80.000 Wiener Schulkinder huldigen dem Kaiser in Schönbrunn und jedes Wiener Schulkind erhält ein Jubiläumsbuch. Auf der Ringstraße wird das Jubiläum im Juni gegen den Willen des Kaisers mit einem historischen Festumzug begangen, an dem ca.
300.000 Zuschauer teilnehmen. Auf der Kunstschau Wien 1908 zeigen Gustav Klimt und die Künstler der Wiener Werkstätte ihre atemberaubend neuen Arbeiten. In Wien wird auch der erste Film gedreht. Das Interesse an dieser neuen Kunstform führt
dann 1910 zur Gründung der „Sascha- Film“. Weiters wird das erste private Linienbusunternehmen in Wien von der Gemeinde übernommen.

Welt 1908

Technik und Wissenschaft sind auf dem Vormarsch: Die erste Verflüssigung von Helium, die erste Seilbahn (bei Bozen), Nobelpreise an Sir Ernest Rutherford für seine Forschungen zur radioaktiven Strahlung und an Paul Ehrlich und Ilja Metschnikov für grundlegende Leistungen auf dem Gebiet der Immunologie.

Geboren werden Herbert von Karajan, Giovanni Guareschi („Don Camillo“), Ferry Dusika, Salvador Allende, Enver Hodxa und Oskar
Schindler („Schindlers Liste“).

Es sterben der Komponist Nikolai Rimski-Korsakov und der Architekt Josef Olbrich, der Schöpfer der Stadtbahnstation Karlsplatz.

Die Venus von Willendorf wird beim Eisenbahnbau in der Wachau gefunden und der Maggi Brühwürfel kommt in den Handel.

Frau Melitta Bentz erfindet den nach ihr benannten Kaffeefilter, aus ihrem Ein-Frau-Unternehmen wird später ein Weltunternehmen.

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© MarienApotheke, Mag. pharm. Monika ALVARADO-DUPUY KG, Rückertgasse 26, 1160 Wien