Gesundheitspost

Ausgabe: Winter 2007

Die Tramway in Ottakring und Hernals

Unsere Straßenbahnlinien 43 und 44 werden in den folgenden zwei Büchern zum Thema gemacht:

Das Buch von Heinz Fink "Die Tramway in Ottakring und Hernals" ist jüngst erschienen,
das Buch von Christine Nöstlinger "Zwei Wochen im Mai" wurde 1981 erstmals veröffentlicht.

… Die Linie 44 fährt auch heute noch einen großen Teil über die Strecke der ersten Pferdetramwaylinie Wiens. Nach dem Gürtel verläuft die Route bis auf einen kleinen Rest durch Ottakring, obwohl der 44er ein Hernalser ist. Es gab aber bis in die 70er Jahre Solo-Triebwagen wie K, M, L3 etc aus dem Bahnhof Ottakring

Ab 13.3.1907- 30.4.1915 verkehrte die Linie 44 über Tauber/Rosensteingasse zur Wattgasse zu Betriebsbeginn/Schluss. Laut alter Listen erschien der 44er ab 1.5.1915 bis 15.11.1922 nicht mehr in der Öffentlichkeit und wurde nur mehr sporadisch bei Bedarf verwendet. Aber ab 1922 setzte man den 44er als Hauptverkehrszeit-Verstärker ein und er gelangte ab 1923 auch als Aushilfe an schönen Sonn/Feiertagen nach Neuwaldegg zum Einsatz. Im 2. Weltkrieg (29.1.1940 – 1.3.1945) wurde er bis zum Joh.Nep.Berger-Platz zurückgezogen und erschien nach Einstellung des C am 13.2.1960 als Hauptlinie. Nach Einstellung des 48ers übernahm der 44er dessen Agenden und verkehrt bis heute über Wilhelminenstraße, Güpferlingstraße, Dornbach-Lascyschleife, die er mit dem 10er teilt. …

Aus: Heinz Fink, Tramway in Ottakring und Hernals (Eigenvertrieb Elisabeth Fink 1010 Wien, 2006)

Nicht so nüchtern liest sich aus dieser Zeit der Roman von Christine Nöstlinger – „Zwei Wochen im Mai“:

… Die Häuser auf der einen Seite der Hauptstraße gehörten zu Ottakring, die Häuser auf der anderen Straßenseite gehörten zu Hernals. Die Grenze zwischen den beiden Bezirken dachte ich mir genau in der Straßenmitte.
Autos fuhren nur wenige. Man konnte die Straße, genau in der Mitte, entlanggehen. Mit einem Fuß in Ottakring und einem in Hernals.

Ich ging zur Kriegelstein (Klavier-lehrerin) die Mappe mit dem Notenheft unter dem Arm und das verbitterte eins-zwei-drei-eins-zwei-drei der Alten schon drohend im Kopf. Ich marschierte mit einem Fuß in Ottakring und einem in Hernals. Der Hernalser Fuß war der Heimatfuß. Ich ging in der Erwartung eines besonderen Gefühls im Heimatfuß. Dieses Gefühl stellte sich nicht ein, aber hinter mir bimmelte die Straßenbahn und scheuchte mich auf den Gehsteig, und der Fahrer brüllte zur Tür hinaus – damals fuhren die Straßenbahnen mit offenen Türen, dass ich ein total vertrotteltes Kind sei. …

Aus: Zwei Wochen im Mai von Christine Nöstlinger (Verlag Beltz Roman, 1981)

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