Ausgabe: Herbst 2005
verfasst von Frau Magister Kögel, unserer schwedischen Kollegin
Wenn Sie an einer Apotheke vorbeikommen, erkennen Sie diese an dem Schild, das an der Fassade hängt. Die Schilder sehen heutzutage immer ähnlicher aus, was praktische Vorteile hat, aber das Stadtbild leider eintöniger macht. Diese Tendenz der Gleichschaltung ist wahrscheinlich in ganz Europa die gleiche.
Die Vielfalt dieser Zeichen war früher viel größer: In Österreich ebenso wie in Schweden.
Ein Beispiel dafür sind die alten Rezeptumschläge aus meiner Heimat. Diese waren für die Aufbewahrung von Rezepten gedacht. Ein Besuch beim Arzt war damals ein großes Ereignis, die Rezepte waren unbegrenzt gültig und wurden oft lange Zeit aufgehoben, vielleicht sogar vererbt. Die Rezeptumschläge wurden individuell und phantasievoll gestaltet, und fungierten auch als Werbung für die Apotheke, ebenso wie die oben erwähnten Schilder. Oft vorgekommen sind Bilder von Heilpflanzen, der Fassade der Apotheke oder dem Tier, von dem die Apotheke ihren Namen hatte. Dazu wurde auch Adresse und Telefonnummer angegeben.
Die Apotheken in Schweden wurden oft nach Tieren benannt. Ein möglicher Grund dafür wäre, dass viele Wirkstoffe im 17. und 18. Jahrhundert aus Tieren gewonnen wurden. Ein anderer Vorteil war, dass man das Tier als Symbol für die Apotheke benutzen konnte. Das war damals sehr vorteilhaft, weil viele Menschen nicht lesen konnten. Oft vorgekommen sind auch Namen aus der Astrologie.
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