Ausgabe: Herbst 2007
Einem Streit zwischen Pfarrer und Lehrer verdanken wir
die Kunde, dass es in Ottakring bereits um 1530 eine Schule
gab. Der Lehrer war damals vor allem der Helfer des
Pfarrers, musste auch als Mesner und Gemeindeschreiber
arbeiten.
Die Einkünfte des Lehrers waren sehr gering. Von der
Gemeinde erhielt er siebzig Maß Wein und von den Eltern
durfte er vierteljährlich je fünf Groschen einheben. Aus
dem Jahre 1582 wissen wir, dass der Lehrer damals dreißig
Schüler hatte. („Ottakring Zwischen gestern und morgen“
Christine Klusacek, Kurt Stimmer)
Name und Idee stammen von dem Dänen Nikolai Grundtvig, der 1844 in Südjütland die erste Volkshochschule der Welt begründete. In Wien wurde die Volksbildungsarbeit durch den 1887 von Eduard Leisching ins Leben gerufenen Wiener Volksbildungsverein in Margareten begründet. Die “Volkstümlichen Universitätsvorträge” (ab 1895), die 1897 gegründete Urania (seit 1910 am heutigen Standort) und die Veranstaltungen des Volksheims Ottakring (ab 1901) verschrieben sich ebenfalls der Bildungsarbeit im Sinne der Volkshochschulen, auch wenn diese Bezeichnung damals noch behördlich verboten war.
Am 5. November 1905 konnte der
Verein “Volkshochschule Wien
Volksheim”, der bis dahin in einem
Kellerlokal am Urban-Loritz-Platz 1
untergebracht war, in das neuerrichtete
Gebäude der heutigen Volkshochschule
am Ludo-Hartmann-Platz 7 in
Ottakring übersiedeln.
An den Volkshochschulen werden
insgesamt 70 Sprachen unterrichtet,
außerdem können Schulabschlüsse
nachgeholt werden, und in 40
Arbeitskreisen wird der Zugang zu
den neuen Medien eröffnet. Hinzu
kommen Gesundheitsvorsorge und
v.a. das weite Feld der Kreativität.
Prinzipiell gilt der Grundsatz: In
jeder Lebenslage und in jedem
Lebensalter soll Lernen möglich
gemacht und unterstützt werden.
Die Themenpalette reicht von
Selbsterfahrung, Maskenbau oder
Gymnastik über Konversation in Italienisch,
Internet für Menschen über
50, Folkloretänze oder chinesische
Kochkurse bis zu Eltern-Kind-Turnen
und Kreativkursen für Kinder
mit ihren Eltern.
Und übrigens hieß die Rückertgasse von 1875 bis 1894 Schulgasse.
© MarienApotheke, Mag. pharm. Monika ALVARADO-DUPUY KG, Rückertgasse 26, 1160 Wien